SV Moßbach e.V.

Überraschung bleibt aus

Mario Streit, 24.11.2019

Überraschung bleibt aus

Chance genutzt: In seinem ersten Landesklassespiel traf der 20-jährige Christoph Hoferichter in der 59. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1. In dieser Szene versucht ihn, Janek Köcher vom Ball zu trennen.

Lobenstein mit Chancenplus und verdientem Sieg

SV Moßbach - VfR Bad Lobenstein 1:3 (0:0)

Moßbach. "Schade, heute wäre ein besseres Ergebnis drin gewesen", meinte Trainer Jens Herzog nach dem Spiel, "wir haben den Lobensteinern lange Zeit Paroli geboten, letztendlich hat aber die individuelle Klasse der Hölzel und Linke den entscheidenden Unterschied ausgemacht." Auf solch offensivstarke Leute, Mai und Hammerschmidt nicht zu vergessen, muß der SV Moßbach derzeit verzichten. Sechs fehlende Stammspieler waren kaum zu kompensieren. Auch Trainerkollege Heiko Becker plagten vor dem Spiel Sorgenfalten, hatte er doch keinen Torwart mit dabei. Abwehrstratege Sven Findeiß mußte zwischen die Pfosten. Doch nicht nur die Defensivarbeit seiner Vorderleute sorgte dafür, dass der Hilfskeeper wenig zu tun bekam, es war vor allem die schwache Ausführung der Moßbacher Standards, die allesamt unter der Rubrik "Rohrkrepierer" verbucht werden konnten. Einzig die vom eingewechselten jungen Hoferichter herein geschlagenen Eckbälle strahlten Gefahr aus.

Das Abtasten der beiden Teams dauerte exakt 45 Minuten. Die Gastgeber in Anbetracht der Kaderprobleme mit Respekt vor den zuletzt überzeugenden Auftritten der Koseltaler, die ihrerseits aber davon nur wenig auf den tiefen Rasen brachten und zunächst eher enttäuschten. Vor den Toren war wenig los. Als sich Hölzel bis zur Grundlinie durchspielte, fand seine scharfe Eingabe in der Mitte keinen Abnehmer (8.). Auch Linke zog einmal an, vorbei an drei Moßbachern, wurde er zu weit abgetragen und traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (19.). Die Herzog-Elf, der es zumindest am Willen nicht mangelte, ließ einmal mehr die Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Wunderlich noch mit der besten Aktion, als Hoffmann über links schön auflegte, der Stürmer aber zu wenig Druck auf den Ball brachte. Kein Problem für Torwart Findeiß (10.).

Dass in der zweiten Hälfte nicht nur Halma auf dem Rasen gespielt wird, war klar. Erwartungsgemäß tat der Favorit jetzt mehr fürs Spiel, wurde zielstrebiger. Als Linke zwei Gegner versetzte, draufhielt, stand Lange goldrichtig und hielt (47.). Nur fünf Minuten später machte es der bullige Stürmer besser. Mais Zuspiel nahm er gekonnt an und krachte es mit strammen Schuß unhaltbar ins lange Toreck zur Führung. Der jetzt erwartungsfrohe große Gästeanhang verstummte schnell, als Christoph Hoferichter in seinem ersten Landesklassespiel zum Ausgleich traf. Ausgangspunkt war Felix Neupert, der mit dynamischem Antritt in den Strafraum drang, abzog, Findeiß ließ nach vorn prallen, vor die Füße des Schützen, der keine Mühe hatte, einzunetzen (59.). Ein Ergebnis, mit dem die Herzog-Elf gut hätte leben können. Nicht aber die Gäste, die jetzt ihre Angriffsbemühungen wieder erhöhten. Als Hammerschmidt sich über links gut durchsetzte, aus spitzem Winkel draufhielt, war Keeper Lange reaktionsschnell mit dem Fuß zur Stelle (70.). Machtlos war er dagegen beim Kopfball von Dittmar, der eine Grundlinienflanke von Baer zum 2:1 verwertete (72.). Die Gastgeber versuchten jetzt erneut, über den Kampf Druck aufzubauen, doch kein Ball, der Findeiß hätte gefährlich werden können, fand den Weg in Richtung Tor. Ein langer Paß in die entblößte Abwehr der Moßbacher sorgte kurz vor Ultimo für die Spielentscheidung. Hölzel versetzte Lukes, nahm Maß und traf zum 3:1-Siegtreffer.

Trotz der Niederlage bleibt die Herzog-Elf im Soll. Bis zum Beginn der Rückrunde gibt es gähnend lange dreieinhalb Monate Pause. Genug Zeit zum Auskurieren von Blessuren, zum Auftanken und zum Üben des einen oder anderen Standards.

Mario Streit