SV Moßbach e.V.

Verdienter Punktgewinn dank starker Mannschaftsleistung

SV Moßbach - Immer am Ball!, 29.09.2019

Verdienter Punktgewinn dank starker Mannschaftsleistung

Wie hier Lukas Welsche im Bild, fightete das gesamte Moßbacher Team einsatzfreudig und aufopferungsvoll um die drei Punkte, die es gestern fast geworden wären. Aber halt nur fast. Dennoch ist das Remis als schöner Erfolg und Zoom (in Anlehnung an unsere Spielvorschau mit dem Klaus-Lage-Song) zu werten (Bild: Jens Henning/OTZ).

Spielbericht 11Teamsports Landesklasse, 7. Spieltag:

FSV Grün-Weiß Stadtroda I - SV Moßbach I 2:2 (H: 0:1)

Der SVM setzte mit dem ersten Teilerfolg in der Fremde ein Achtungszeichen. Und das passend zum Trainerjubiläum - heute vor 7 Jahren trat Peter Dorn (nach einem 2:2 in Triptis) aus privaten Gründen zurück und Jens Herzog übernahm interimsmäßig als älterer Spieler eigentlich nur temporär die Trainerfunktion - bei dem spielstarken und ambitionierten Staffelfavoriten in Stadtroda, der kurz vor einer Heimniederlage stand und sich mühevoll zum 2:2-Endstand quälte. "Und das war kein geklauter Punkt, sondern ein absolut verdienter und das ist keine Selbstverständlichkeit bei so einer starken Mannschaft." Das Zitat von Florian Kohfeldt nach dem gestrigen Unentschieden seiner Bremer in Dortmund passte auch zu unserem Spiel, denn bis zur Halbzeitpause machten unsere Jungs die defensiven Räume dicht, wie sonst nur die A 9 zum Ferienreiseverkehr ist - und spielten zielstrebig und mutig nach vorn. So wurde ein Chancenverhältnis von 1:4 erreicht, doch es stand nur 0:1 nach Toren. Zunächst vergab Peter Pribitny eine gute Eingabe des agilen Florian Aschenbrenner unglücklich (8'), wenig später lief jener Pribitny allein auf das Tor der Gastgeber - scheiterte aber etwas unkonzentriert am Keeper - und vergab mithin diese Großchance (18'). Dass es unser Peter besser kann, zeigte er, als er unwiderstehlich in den Strafraum zog und gekonnt zum Führungstor abschloss (26'). Erst in der 36. Minute ließ die aufmerksame Gästeabwehr, um die starken Innenverteidiger Franz Rocktäschel und Timo Grau, die erste und einzige nennenswerte Chance für den Tabellenvierten zu, als ein Abschluss nach einer Ecke die sichere Beute unseres Keepers André Wolfram wurde. Eine weitere richtig gute Möglichkeit bot sich Florian Aschenbrenner, der jedoch den Abschluss mit seinem starken Schussbein verpasste, in aussichtsreicher 16-Meter-Position (42').

Halbzeitpause. Durchatmen. Erfrischen. Justieren. Der Underdog machte bis dahin eine starke Partie und führte - ein neues Gefühl auswärts, das Mut und Hoffnung für die zweite Hälfte gab. Die Unzufriedenheit der Platzherren war nicht zu übersehen und zu überhören; auch wenn sie ersatzgeschwächt in die Partie gingen, wollten sie diese mit ihrem 17-Mann-Tageskader doch vom Selbstverständnis und Eigenanspruch her klar gewinnen.

Beide Teams gingen unverändert in die zweite Halbzeit und die Heimelf versuchte nun, mit mehr läuferischem Aufwand und einem rotierenden Positionsspiel die SVM-Defensive aufzuknacken. Dies gelang vorerst nicht, stattdessen hatte Florian Aschenbrenner das 0:2 auf dem Fuß, das er normalerweise machen muss: Einen genialen Diagonalball von Timo Grau hinter die Abwehr nahm unser Windhund super mit, lief allein auf das Tor zu, zögerte aber und der nach der optimalen Lösung suchende Kopf verhinderte den einfachen, schnörkellosen Schuss, der das sichere Tor bedeutet hätte (52') - schade, Aschi! "Das rächt sich wieder" war die böse Vorahnung in der Moßbacher Coachingzone, doch zunächst lief es anders. Unser emsiger Außenläufer blieb aktiv und bereitete schließlich uneigennützig das 0:2 vor, das Stephan Wunderlich in der 65. Minute markierte, als sich die Stadtrodaer Viererkette erneut als anfällig und löchrig erwies. Die Richter-Schützlinge erhöhten nun das Lauf- und Spieltempo und knallten eine kurze, aber intensive Druckphase raus, die es in sich haben sollte ...

Wir hatten Henry Nitschke, Werder Bremen hat Claudio Pizzaro - und Stadtroda hat eben einen Christian Reimann, der in wenigen Wochen 40 Jahre alt wird und auch aus der Kalten den Unterschied machen kann, allein durch seine Erfahrung und seine Präsenz. Viele seiner Mitspieler könnten biologisch seine Söhne sein. Viele unserer Spieler bewunderten ihn früher in den Stadien zu Oberliga-, Regionaliga- und Drittligazeiten. Und gestern schnalzten alle Anwesenden mit der Zunge, als der eingewechselte Ex-Profi (u.a. VfB Pößneck, VFC Plauen, Sachsen Leipzig, 1. FC Magdeburg, RB Leipzig und natürlich FC CZ Jena) das Streitobjekt völlig ansatzlos volley in den Giebel torpedierte - zum wichtigen Anschlusstreffer für seine Farben (71') und zum Tor des Monats September. Die kurze personelle und mentale Unordnung - auch im Zuge einer Verletzung unseres noch nicht zur Auswechslung kommenden Linksverteidigers Denny Lukes - nutzten die Rodschen eiskalt aus: Einer herrlicher, wie an der Schnur gezogenen Flanke über unsere linke Seite schloss sich ein ebenso sehenswerter Kopfball des eingewechselten wuchtigen Sturmtanks Marian Rennert an - Doppelschlag, 2:2-Paristand. 

Stadtroda wollte nun mehr, unser wankenden Recken schüttelten und fingen sich aber schnell und setzten sofort einen fast tödlichen Nadelstich, als Stephan Wunderlich einen starken Steckball von Chrisi Heyne temposcharf aufnahm, seinen Heber aber millimeterscharf am Pfosten vorbei schlenzte (74'). Fortan entwickelte sich eine sehr intensive und spannende Schlussviertelstunde, die wie ein offener Schlagabtausch über die Bühne ging. Der insgesamt gute Schiedsrichter Jan Weltzien (Jena) wankte nun auch leicht zu den "Verdiblancos", die es mit allen Mitteln versuchten - letztendlich aber nicht schafften, sich gegen die sattelfeste Abwehr des Aufsteigers noch einmal entscheidend durchzusetzen. Schlusspfiff nach 90'+3' - anfangs enttäuschte Gesichter auf beiden Seiten, doch nach einem verbalen Teamabschluss überwog auf Moßbacher Seite doch der freudvolle Stolz über die Leistung und das Ergebnis eines wertvollen Punktes auf der Habenseite. 

Stimmen zum Spiel:

Peter Dauel (Co-Trainer GWS): "Am Ende ein etwas schmeichelhafter Punkt für uns. Wenn auch aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit nicht ganz unverdient. Zwei Traumtore der zwei Joker sicherten uns einen Punkt. Trotz der vielen Ausfälle ist unser Auftritt vor der Pause völlig inakzeptabel. Nutzt der starke Aufsteiger seine hochkarätigen Chancen, verlieren wir das Spiel. Respekt an unseren Gast für die gute Leistung. Die beiden IV's stachen heraus."

Christian Lange (unser verletzter Kapitän und Stammkeeper): "Wir haben gestern eine defintiv starke Leistung gezeigt, am Ende wären drei Punkte für uns verdient gewesen. In der Defensive standen wir richtig gut. Gerade Kaiser war vor allem in der ersten Hälfte der überragende Mann. Vorn müssen wir die Dinger einfach konsequenter machen. Wir hatten ein deutliches Chancenplus. Insgesamt war es dennoch eine starke Mannschaftsleistung, für uns zählt der Punktgewinn und ich bin stolz auf die Jungs. Vor dem Spiel hat wahrscheinlich keiner mit uns gerechnet. An diese Leistung sollten wir nächste Woche anknüpfen."

Statistikteil:

Aufstellung GWS: Yannick Kössler (TW) - Nico Schwarz, Tom Stempler (55' Marian Rennert), Karl Grohs (C), Florian Klinger, Lukas Thomas Schott (65' Leonard Menzel), Patrick Steger (55' Christian Reimann), Paul Weise, Andreas Lelle, Andreas Kittner (GK), Martin Rennert

Aufstellung SVM: André Wolfram (TW) - Fabian Thümmel (84' Markus Weiß), Franz Rocktäschel, Lukas Welsche (GK), Peter Pribitny, Denny Lukes (73' Felix Neupert), Timo Grau (C/GK), Stephan Wunderlich, Nico Güdter, Florian Aschenbrenner, Christopher Heyne (75' Karl-Christian Meyer)

Torfolge: 0:1 Peter Pribitny (26'), 0:2 Stephan Wunderlich (65'), 1:2 Christian Reimann (71'), 2:2 Marian Rennert (73')

Schiedsrichter: Jan Weltzien (Jena) - Paul Potrafke, Frank Fiedler

Zuschauer: 45


Quelle:dx